Regulativmedizin - Mehr als eine Alternative
Erweitertes Verständnis von Krankheit und Gesundheit

Kleintiere, Heimtiere

Die Zukunft der Tiermedizin liegt in der Kombination der Vorteile der Regulationsmedizin und der konventionellen Medizin. Tierärzte sollten in der Lage sein, die besten Optionen für eine optimale Gesundheitsfürsorge für das Tier anbieten zu können. Ob in eigener Praxis oder durch Überweisung an Fachkollegen.

Die Regulationsmedizin bietet eine hervorragende Möglichkeit, die Therapieform einer Praxis zu erweitern.

Die Anerkennung der Tiermedizin durch die Öffentlichkeit wird sich durch diese Bemühungen noch weiter verbessern.

Ganzheitliche Therapieverfahren in der Praxis verlangt die wenigste invasive Medizin anzuwenden!

Integration regulationsmedizinischer Therapieverfahren in die konventionelle Kleintierpraxis – die Ausbildung der Tierärzte auf dem Gebiet der Alternativmedizin

Tierärzte müssen eine professionelle weiterführende Ausbildung abschließen, bevor sie die Methode der Regulationsmedizin in ihre Praxis einschließen. Dazu besteht die Möglichkeit, eine Zusatzbezeichnung im Bereich der Homöopathie, der Akupunktur, der biologischen Tiermedizin und der physikalischen Therapie zu erhalten.

Die Diagnostische Untersuchung

Wie in der konventionellen Medizin ist eine umfassende Anamnese auch in der Regulationsmedizin entscheidend. Neben der konventionellen Anamnese empfiehlt sich die Ausarbeitung eines Fragebogens (s. z.B. Abb. 1), der auf die jeweilige Therapieform der Regulationsmedizin eingeht. Die Fragebögen für Homöopathie und Akupunktur sind sehr detailliert. Sie gehen auf Reaktionen der Umwelt ein und dort auf Verbesserungen und Verschlimmerungen. Umweltverhältnisse sind hier z.B. Wetter, Nahrungspräferenzen und soziales Verhalten gegenüber anderen Tieren, Futterallergien u.a.


Gesundheitsvorsorge

bei Hunden, Katzen und Heimtieren

1.    Eingehende Untersuchung (sog. klinische US)
2.   Blutuntersuchung mit Serumprofil
3.   Schilddrüsenwerte
4.   Urinanalyse
5.   EKG und falls nötig weiterführenden US
6.   Ultraschall - oder Röntgenuntersuchung

Alternativtherapien eignen sich sehr gut zur Behandlung geriatrischer Patienten:

13% der Hunde und 11% der Katzen
sind älter als 11 Jahre und können als geriatrische Patienten eingestuft werden.

alternative Behandlungsmöglichkeiten:

1.    Akupunktur
2.   Ernährungstherapien (Grund- Präventiv- und Therapeutische  Ernährung)
3.   Phytotherapie
4.  Therapie mit westlichen und asiatischen Kräutern
5.  Homöopathie

Ernährung und Ernährungszusätze

Sie stellen die einfachsten Ansätze zur Eingliederung der Methoden der Regulationsmedizin dar. Hier stehen individuelle Futtermittelempfehlungen der Tierärzte für die Tiergesundheit bei individuellen Gesundheitsstörungen im Focus. Dazu sind immer qualitative hochwertige Futtermittelzusätze wie Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente im Sinne einer ganzheitlich orientierten Tierarztpraxis angezeigt. Ernährungsbezogene Ansätze in der Krebstherapie, die Orthomolekulare Medizin*, die Therapeutische Ernährung geben Anweisung zur Begleitung regulationsmedizinischer Therapieansätze.

* Orthomolekulare Medizin ist die Bereitstellung u. Verabreichung von Nährstoffen über das Minimalangebot der Nährstoffe hinaus

Phytotherapie

Sie kann leicht in die konventionelle Tierarztpraxis eingegliedert werden. Auch hier sollte an die Erarbeitung einer Broschüre gedacht werden, die den Einsatz der Phytotherapie, ihre Wirkungsprinzipien und den Einsatz dieser Therapieform in der Praxis und den Einsatz bei den Patienten beschreibt. Ebenfalls auch hier ist die Schulung der Mitarbeiter in der Praxis zu empfehlen.

Es wird die westliche und östliche (TCM) Phytotherapie unterschieden. Als westliche Kräutermedizin, wie die Phytotherapie auch bezeichnet ist, kommen als Phytotherapeutika in Frage: Baldrian als mildes Sedativum, Knoblauch, Roter Sonnenhut und Goldsiegelwurz bei Infektionen, Ingwer bei Reisekrankheiten und gastrointestinalen Problemen, Weißdorn bei kardiovaskulären Erkrankungen, Poleiminze als lokales Flohmittel, Mariendistel als Lebermittel und rote Himbeerblätter bei Reproduktionsstörungen.

Alle diese Heilkräuter und noch viele mehr können auch als Alleintherapeutika eingesetzt werden. So kann z.B. eine Kräutermischung, die Polyporus (Sclerotium) enthält, gut bei chronischer Blasenentzündung bei Katzen helfen. Andere Mischungen, die Bupleurum chinense enthalten, helfen mitunter bei Lebererkrankungen. Es gibt Kräutermischungen, die sich besonders für den Einsatz bei geriatrischen Patienten eignen und andere, die diesen Patienten postoperativ zu einer schnelleren Heilung und Rekonvaleszenz verhelfen.

2.3.2.1 Dosierungsgrundlagen in der Phytotherapie

Westliche Kräuter können einfach verabreicht werden. Angaben zur Dosierung sind schwierig, da die Kräuter in unterschiedlichen Potenzen vorliegen, sollte mit einer niedrigen Dosierung beginnen und sich langsam zu einer Dosis hocharbeiten, die den gewünschten heilenden Effekt erzielen kann.

Es stehen Hunderte verschiedene Kräuter zur Auswahl. Die anzuwendende Dosis hängt von verschiedenen Faktoren ab; so z.B.

  1. vom      Gewicht des Patienten,
  2. der      Konzentration an wirksamen Inhaltsstoffen in der gewählten Zubereitungsform
  3. der      Resorption der Inhaltsstoffe.

Es gibt bisher keine standardisierte, wissenschaftlich belegte Dosierungsmethode in der Tierheilkunde. Veterinärmediziner haben schon immer durch Versuch und Irrtum die korrekte Dosis festgestellt. Zu beachten ist, dass es bei pflanzlichen Heilmitteln in der Regel länger dauert, bis die gewünschte Wirkung eintritt. Dem Heilkraut muss immer eine genügend längere Zeit belassen werden, um seine volle Wirkung zu entfalten.

Homöopathie

Sie ist die schwierigste aller alternativen Therapieformen, die in den Ablauf einer konventionellen Praxis einzugliedern ist.

Die Grundprinzipien der Homöopathie laufen der Philosophie der konventionellen Medizin in vielen Punkten zuwider.

„Die Veterinärhomöopathie ist eine medizinische Disziplin, die Erkrankungen mit Substanzen, Arzneimittel behandelt, die bei Gesunden ähnliche klinische Symptome hervorrufen können wie die von Patienten gezeigten“.

Da homöopathische Arzneimittel in falschen Verdünnungen auch toxisch wirken können, sollte Homöopathie nur von ausgebildeten Tierärzten angewendet werden.

Voraussetzung zum Einsatz der Homöopathie ist eine adäquate Ausbildung auf dem Gebiet der Klassischen Homöopathie, da sich die Prinzipien, die Philosophie und die Praxis der Homöopathie stark von der konventionellen Medizin unterscheiden. Hier ist die Form der Praxis auf der Basis einer Bestellpraxis oder mit Hausbesuchen ausgerichtet.

In der Klassischen Homöopathie ist eine ausführliche Anamnese absolut notwendig. Es muss auf homöopathische Krankheitsbilder und Konstitutionen eingegangen werden.

Homöopathen wenden auch sanfte Ernährungsempfehlungen und Zusätze an. Nicht angezeigt sind Kombinationen der Klassischen Homöopathie und andere regulatorisch- medizinische Therapien. Dies gilt auch für die Akupunktur, die Chiropraxis oder die konventionelle Medizin. Es wird befürchtet, dass diese anderen Methoden die Reaktion des Patienten auf das Homöopathikum beeinflussen.

Manche Tierärzte beschränken ihre Methode des Einsatzes von Homöopathie auf akute Erkrankungen und weichen der ausführlicheren Repertorisierung zum Aufsuchen eines Einzelmittels auf ein Komplexmittels* aus.

Zur Behandlung einfacher Störungen ist das eine probate Methode, reicht aber bei chronischen Erkrankungen absolut nicht aus. Einfache Störungen wie die der Reisekrankheit sind u.a. mit Cocculus, Petroleum oder Tabacum zu lösen. Mittel können auch eingesetzt werden, um Ängstlichkeit, Panik vor Gewittern, Zystitis oder Arthrosen zu behandeln. Dieser vereinfachte Ansatz reicht aber nicht aus, die zugrunde liegende Ursache der Störung zu beheben. Ein konstitutioneller Therapieansatz ist das Mittel der Wahl. Das Konstitutionsmittel einer Krankheit zu finden, muss Ziel einer erfolgreichen Heilung sein.

* Komplexmittel sind keine klassischen Homöopathika; ihnen fehlt das geprüfte Arzneimittelbild!

Ein Beispiel:

Eine zehnjährige, kastrierte Hauskatze hatte eine Vorgeschichte mit rezidivierenden Geschwüren an der Oberlippe und Unsauberkeit durch Urinieren im ganzen Haus. Die entsprechende konventionelle Therapie hatte keinerlei Veränderung gebracht. Der Besitzer wünschte eine klassische,  homöopathische Herangehensweise zur Heilbehandlung. Nach einer ausführlichen und eingehenden Befragung und der sich anschließenden Repertorisierung wurde ein Mittel in Tiefpotenz ausgesucht, das zwar Besserung beider Beschwerden aber sie nicht ganz aufheben konnte. Nachdem das Konstitutionsmittel in einer Hochpotenz verabreicht wurde, verschwanden die Symptome und das Verhalten des Tieres besserte und normalisierte sich.

Physiotherapie, Niedrigenergielaser, elektromagnetische Therapie

Sie können alle Drei problemlos und einfach als Zusatz zur konventionellen Praxis eingesetzt werden. Sie können als Teil eines umfassenden

·       Rehabilitationsprogramms für die postoperative Behandlung oder für die Behandlung

·       geriatrischer Patienten.

·       Schwimmtherapie, Hydrotherapie und Massagen, oder den

·       Muskelaufbau zu unterstützen

·        

Oft werden sie von dafür ausgebildeten Tierarzthelferinnen unter Aufsicht des Tierarztes benutzt werden. Um Muskelaufbau zu unterstützen eignen sich auch Schwimmtherapie, Hydrotherapie und Massagen.

Auch können alle diese Methoden bei der postoperativen Behandlung von Laminektomie bei Hunden eingesetzt werden, die nach einer akuten Bandscheibenproblematik durchgeführt werden musste.

Hilfreich können auch Laserbehandlungen an speziellen Akupunkturpunkten sein, mit denen die Heilung beschleunigt werden kann. Elektromagnetische Matratzen werden in der postoperativen Schmerztherapie eingesetzt.

Alternative Medizin, Kleintiere, Hunde, Katzen, Heimtiere, Ernährung, Geriatrie, Gesundheitsvorsorge